Wappen der Stadt Lohmar Freiwillige Feuerwehr Lohmar

Standorte:  Lohmar (Ort) | Breidt | Birk | Scheiderhöhe | Wahlscheid 
 ChronikSeitensuchesuchen
Sie sind hier  » Feuerwehr Lohmar » Standorte » Lohmar (Ort) » Chronik Montag, 06.02.2012 





Vorgeschichte: Aus der Zeit vor der Gründung 1923




Feuerspritze um 1842; Quelle: Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Siegburg
Erstes Spritzenhaus in Lohmar; Quelle: Zeichnung von Günter Klein

Feuer, Quelle für Licht und Wärme, war schon immer eine Gefahr für Leib und Leben. Wie oft verloren unsere Vorfahren, die noch lange in Fachwerkhäusern aus Holz, Stroh und Lehm wohnten, ihr gesamtes Hab und Gut durch eine Feuersbrunst. Kein Wunder also, daß sich die Bevölkerung, auch ihre verantwortlichen Vorgesetzten, immer mehr zur Verminderung der Feuergefahren um vorbeugenden Schutz bemühten. So können wir im Lohmarer Nachbarschaftsbuch aus dem Jahre 1767 nachlesen: „Es soll kein Nachbar kleine, unmündige Kinder in die Nachbarschaft schicken, um Feuer zu holen. Auch soll jeder Nachbar alle Vierteljahre seinen Schornstein fegen und auch sonst vorsorgen, daß kein Brand entsteht, z. B. kein Stroh oder Heu in der Nähe einer Feuerstätte lagern.“

 

Schon bald, nämlich in der Zeit zwischen 1803 und 1805 erließ der Herzog von Berg die „Landesherrliche Feuerverordnung“, die den vorbeugenden Feuerschutz, die Feuerbekämpfung, die Verhaltensweisen der Bevölkerung und das Verfahren des Alarmierens per Glocke oder Hupe regelte.

 

Bürgermeister Franz von Gumpertz schrieb am 20. April 1812 an den Lohmarer Gemeinderat, dass die Gemeinde sofort zu versammeln sei, um ihr mitzuteilen, dass in Zukunft bei allen Bränden alle zum Löschen herbeieilen müssten.

 

Um das Löschen mittels Feuereimer zu erleichtern, wurde 1820 eine Spritze, die allerdings von vier Männern getragen werden musste, angeschafft. Sie ersetze man schon 1842 durch eine fahrbare Feuerspritze.

 

Abb. 1 - Feuerspritze um 1842

Untergebracht wurde sie in einem kleinen Spritzenhaus, das noch lange an der Hauptstraße zwischen der Mauereinfassung der Villa Friedlinde und dem Haus Dunkel stand.

 

Abb. 2 - Erstes Spritzenhaus in Lohmar – Zeichnung von Günter Klein

Die Wartung der Geräte übergab man Lohmarer Handwerkern, z.B. Schlossermeister Wilh. Pape und Schmiedemeister Peter Wimar Schneider. Probleme bereitete das notwendige Löschwasser. Dem aber schuf man Abhilfe dadurch, dass überall, wo kein fließendes Wasser z.B. aus Bächen vorhanden war, sog. Löschteiche angelegt wurden, die man zum Teil noch nach dem 2. Weltkrieg benutzte.

 

Das Ganze überwachte einsog. Spritzenmeister. Die Oberaufsicht behielt jedoch der Bürgermeister.

 

Ende 1889 beschaffte man unter Bürgermeister Peter Wilh. Orth für Lohmar eine Saugspritze V B, 20 Feuereimer, 2 Brandleitern von je 6 m Höhe und 100 m Druckschlauch.

 

So blieb das Feuerlöschwesen in Lohmar noch bis Anfang dieses Jahrhunderts. Auf Anfrage des Landrats bezüglich der Gründung einer Feuerwehr antwortete allerdings Bürgermeister Freiherr Karl von Francken am 14.2.1902: „Eine Feuerwehr ist in Lohmar nicht nötig. Brände kommen nur selten vor, und ein Löschen ist mit Hilfe der Nachbarschaft immer möglich gewesen. Feuerlöschgeräte sind vorhanden, werden viermal jährlich überprüft und mit einer Übung für die Männer, die mit der Spritze betraut sind, verbunden.“

 

Schon im nächsten Jahr wurden für Altenrath und Breidt fahrbare Brandspritzen der Nr. 14 F bei der Cölner-Feuerwehrgeräte-Fabrik Höing & Plug GmbH bestellt und angeschafft. Aber trotzdem lehnte man auch 1905 eine organisierte Feuerwehr ab.

 

Erst Amtsbürgermeister Ludwig Polstorff veranlasste die Herausgabe und In-Kraft-Setzung eines „Orts-Statuts, betreffend die Einrichtung des Feuerlöschwesens in der Bürgermeisterei Lohmar“ am 18.02.1908.

 

Abb. 3a - Ortsstatut zum Feuerlöschwesen in Lohmar, 18.02.1908

Abb. 3b - Polizeiverordnung dazu, 18.0.1908

Zum Dienst war jeder männliche Einwohner vom vollendeten 18. Bis zum vollendeten 50. Lebensjahr verpflichtet. Brandmeister wurde Peter Weingarten. Weitere Regelungen betrafen die Aufgaben (Gehorsamspflicht, Übungspflicht und Pflichten im Brandfalle), die Pflichten der Einwohner zur Gespann- und Wagengestellung, die Pflichten der Bewohner einzeln gelegener Höfe, die Beaufsichtigung des Feuerlöschwesens und Aufstellung der Listen der Feuerwehrpflichtigen. Diesem Statut war eine Polizeiverordnung beigefügt. Sie oblag dem damaligen Polizeisergeanten Adam Schug.

 

Am 19.12.1908 legte Bürgermeister Polstorff eine Liste aus, in die sich 63 Lohmarer Männer eintrugen, die gewillt waren, Feuerlöscharbeiten zu leisten. – Zu 6 größeren Bränden war es im gleichen Jahr in Donrath, bei Rothenbach und in Lohmar selbst gekommen. Eine geregelte, organisierte Feuerwehr wurde also immer notwendiger. – Im Mai 1909 wurden mehrere Dutzend Signalhupen der Firma Ludwig Gläsel aus Markneunkirchen angeschafft, und zwar für alle Gemeinden des Amtes Lohmar.

 

Abb. 4 - 2-töniges Signalhorn

Den ersten Versuch, eine freiwillige Feuerwehr beim Rheinischen Feuerwehrverband anzumelden, unternahm Polstorff am 22.11.1909. Aber der Gemeinderat war dagegen, auch gegen die Beschaffung weiterer Geräte und vor allem der Uniformen. Dessen ungeachtet versuchte Polstorff immer wieder von neuem, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, bis schließlich der 1. Weltkrieg eine Weiterentwicklung zunichte machte. Wohl gelang es Polstorff, einige Uniformen, bestehend aus Hose, Rock, Gürtel und Helm (mit kurzer Spitze; bei Feuer statt der Spitze mit Deckenschraube) zu beschaffen. Dieser Zustand blieb bis 1923.

 






Von der Gründung bis heute







Feuerwehrgruppe im Park der Villa Friedlinde, 1924
Spritzenhaus in der Kirchstraße, Quelle: Günter Klein
Feuerwehrgruppe, ca. 1932, von links nach echts kniend: H. Kirschbaum, W. Kümmler, W. Werner, J. Dreck stehend: Brandmeister Joh. Pape, J. Krieger, F. Pütz, H. Gorissen, Th. Schopp, A. Schreiber, J. Ennenbach, H. Wolter, H. Kruft, J. Berg, W. Höndgesberg, A. Kirschbaum, P. Pape
Löschfahrzeug LF 8 ; 1941
Feuerwehrhaus 1982

Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar, Löschzug Lohmar

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr"

Bürgermeister Ludwig Polstorff hatte sich bereits mit dem Reg. Kassen-Inspektor a.D. und Offizier Heinrich Flamm, der in der Villa Friedlinde seinen Wohnsitz hatte, bezüglich der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Lohmar abgesprochen, als er am 3. März 1923 von der französischen Besatzungsmacht als missliebiger Beamter ausgewiesen wurde. Er durfte im November 1924 wieder nach Lohmar zurückkehren und übernahm ab 10.11.1924 wieder seinen Dienst.

 

In der Zwischenzeit aber hatte sich Heinrich Flamm mit einigen Lohmarer Männern zusammengefunden und mit ihnen die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr beraten. Ein Ergebnis kam endgültig am

1. Oktober 1923

zustande. In Zusammenarbeit mit Dr. Heinz Kreuzer aus Heppenberg (Vertreter Polstorffs vom 20.4.1923 bis 10.11.1924) und dem Lohmarer Gemeindevorsteher Wilhelm Schultes sowie dessen Vertreter Josef Eich bereitete Heinrich Flamm alles vor, um die Freiwillige Feuerwehr Lohmar mit 34 Mitgliedern am 1. September 1924 anmelden zu können. Am 15.9.1924 übernahm die Wehr die Satzung der städt. Freiwilligen Feuerwehr Siegburg, die den Lohmarer Verhältnissen angepasst wurde.

 

Abb. 5a - Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar, 18. September 1924

Abb. 5b - Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar, Seite 1

Abb. 5c - Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar, Seite 15 mit Datum und

Unterschrift des 1. Brandmeisters Heinrich Flamm

Die Anerkennung durch den Regierungspräsidenten erfolgte am 28. November 1925, nachdem die Lohmarer Wehr dem Provinzial-Feuerwehr-Verband am 5.12.1924 und dem Kreis-Feuerwehr-Verband am 12.12.1924 beigetreten war.

 

Heinrich Flamm, der am 1.9.1924 zum I. Brandmeister und mit ihm der Schlosser Johann Pape zum II. Brandmeister gewählt wurde bat Bürgermeister Polstorff im

 

Abb. 6 - Feuerwehrgruppe im Park der Villa Friedlinde, 1924

Von unten nach oben und von links nach rechts: Polizeisergeant Adam Schug, Joh. Heuser, Heinrich Boddenberg, Heinr. Flamm, Joh. PapeJakob Brodesseer, Joh. Schneppenheim, Willi Schneppenheim, Wilhelm Schmitz, Peter Lüdenbach, Heinrich Pütz, Jakob Berg, Theo Schopp, Otto Schug

 

Frühjahr 1925 um eine Bespannung der Spritze und um einen Leiterwagen zur Beförderung der Mannschaft bei auswärtigen Bränden. Dieser Bitte wurde dadurch entsprochen, dass man die Gemeinden Altenrath, Breidt, Halberg, Inger und Scheiderhöhe verpflichtete, bei Feuerausbrüchen ein Pferdegespann zu schicken, um Spritze und Löschmannschaft abzuholen. Für Lohmar entstand am 14.1.1926 eine Liste zur Gestellung von Pferden und Wagen durch die ansässigen Landwirte. Mittlerweile hatte Brandmeister Flamm aus Gesundheitsgründen sein Amt niedergelegt, und am 20.5.1926 wählte man den Schlosser Johann Pape zum Nachfolger (zu dessen Vertreter Hugo Steimel, Landwirt), der am 12.10.1926 auch die polizeilichen Rechte erhielt. Ende 1938 wurde er zum Hauptbrandmeister, 1940 zum Obertruppführer und 1941 zum Amtswehrführer ernannt.

 

Abb. 7 - Brandmeister Johann Pape

Beim Einzug ins neue Spritzenhaus, das im Sommer 1926 zwischen der Schule (Alte Schule Kirchstraße, heute DRK u. Malteser-Hilfsdienst) und Haus Knipp (heute Raumdesign u. Dekorationsgeschäft) fertig gestellt worden war, verfügte die Lohmarer Feuerwehr über eine fahrbare Spritze mit Saugwerk, 6m Saugschlauch,

 

Abb. 8 - Spritzenhaus in der Kirchstraße, Zeichnung von Günter Klein

75m Druckschlauch, 2 Strahlrohre, 10 Wassereimer, 1 Ausziehleiter, 2 Hakenleitern, 1 Steigerlaterne, 5 Steigerausrüstungen, 2 zweitönige und 6 eintönige Signalhupen sowie 6 Schrillpfeifen, außerdem Schaufeln, Kreuzpicken, Schlauchhaspeln und natürlich die entsprechenden Uniformteile.

 

Abb. 9 - Feuerwehrgruppe, ca. 1932, von links nach rechts

kniend: H. Kirschbaum, W. Kümmler, W. Werner, J. Dreck

stehend: Brandmeister Joh. Pape, J. Krieger, F. Pütz, H. Gorissen, Th. Schopp, A. Schreiber, J. Ennenbach,

H. Wolter, H. Kruft, J. Berg, W. Höndgesberg, A. Kirschbaum, P. Pape

Bei Ausbruch eines Brandes musste – und muss auch heute noch – Feueralarm gegeben werden. Dazu lief in früherer Zeit ein Feuerwehrmann hornblasend durch Straßen und Gassen, später fuhr er auf dem Fahrrad und in den 30er Jahren auf dem Motorrad durch den Ort, bis dies kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges durch Sirenen abgelöst wurde. Peter Pape, Jean Krieger und Wilhelm Höndgesberg waren solche „Hornisten“. Aber auch auf anderen Gebieten wurde die Arbeit der Feuerwehr leichter und handlicher: Schon 1937 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Lohmar das erste Kraftfahrzeug, einen Mannschaftswagen mit dem Kennzeichen „Pol“ für Feuerlöschpolizei, denn so hieß mittlerweile die Feuerwehr. Zur weiteren Fortbildung und Information bezog man ab 1937 „Die Feuerlöschpolizei“, das amtliche Organ für das gesamte Feuerlöschwesen, und die Zeitschrift „Der Rheinische Feuerwehrmann“. – Für den ausgeschiedenen 2. Brandmeister Hugo Steimel wurde Fritz Pütz zum Löschmeister ernannt.

 

Es dauerte jedoch noch bis 1940, als die Handdruckspritze gegen eine Motorspritze ersetzt wurde. Ein Probealarm ergab, daß 27 Feuerwehrmänner und die Motorspritze in 20 Minuten am Brandort waren. Schließlich erhielt die Lohmarer Wehr am 20.07.1942 eine neue Motorspritze mit Transportwagen, das Löschgruppenfahrzeug LF 8.

 

Abb. 10 - Löschfahrzeug LF 8

Aus jener Zeit, genau vom 21.5.1941, stammt folgende Mitgliederliste:

Pape, Johann Lohmar Obertruppführer

Lützenkirchen, Wilhelm Lohmar Truppführer

Pütz, Fritz Lohmar Haupttruppmann

Ennenbach Wilhelm Lohmar Haupttruppmann

Krieger, Jean Lohmar Haupttruppmann

Höndgesberg, Wilhelm Lohmar Haupttruppmann

Kirschbaum, August Lohmar Haupttruppmann

Kirschbaum, Heinrich Lohmar Haupttruppmann

Golumbeck, Jacob Lohmar Haupttruppmann

Frembgen, Josef sen. Lohmar Haupttruppmann

Schüller, Josef Lohmar Haupttruppmann

Berg, Jacob Lohmar Haupttruppmann

Kruft, Heinrich Lohmar Obertruppmann

Klein, Toni Donrath Obertruppmann

Schopp, Theo Lohmar Obertruppmann

Gorissen, Hubert Lohmar Truppmann

Müller, Jacob Lohmar Truppmann

Höndgesberg, Peter Lohmar Truppmann

Gries, Heinrich Lohmar Truppmann

Lohmar, Peter jr. Lohmar Truppmann

Arnold, Peter Lohmar Truppmann

Euler, Eduard Lohmar Truppmann

Knipp, Peter Lohmar Truppmann

Kraheck, Willy Lohmar Truppmann

Weiß, Karl Lohmar Truppmann

Roland, Andreas Lohmar Truppmann

Schug, Walter Lohmar Truppmann

Krauthäuser, Willy Lohmar Truppmann

Lüdenbach, Fritz Lohmar Truppmann

In den nächsten Kriegsjahren verringerte sich durch zunehmende Wehrerfassung die Anzahl der Mitglieder so stark, dass Truppführer Lützenkirchen – ab 1942 Obertruppführer – gezwungen war, ab 1943 auch weibliche Helferinnen einzusetzen. So entstand die Lohmarer Damenfeuerwehr, die nach kurzer Ausbildung des öfteren eingesetzt wurde, z. B. nach einem Bombenabwurf in Wielpütz, wo 2 Kinder verschüttet wurden; bei einem Brand am Wiesenpfad in Lohmar, wo eine Frau im Bett verbrannte; und nach einem Brandbombenabwurf auf dem Böttnerhof in Hallberg. Ihr größter und wohl au






06.02.2012 08:26
Brandmeldeanlage
Klickvergrößerung

Ort: Lohmar - Wahlscheid

[mehr]

03.02.2012 04:11
Person hinter verschlossener Tür
Klickvergrößerung

Ort: Lohmar - Grünenborn

[mehr]

01.02.2012 16:33
Hilfeleistung für den Rettungsdienst
Rettungswagen

Ort: Lohmar - Naafbachtal

[mehr]

27.01.2012 18:41
Aufräumen nach Verkehrsunfall
Klickvergrößerung

Ort: Lohmar - Algert

[mehr]

27.01.2012 14:34
PKW-Brand
Klickvergrößerung

Ort: Lohmar - Ort

[mehr]


Für den Inhalt dieser Seite ist der Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen


facebook