Frühzeit
Wie im Großteil Deutschlands war auch in Breidt Ende des neunzehnten Jahrhunderts die Brandbekämpfung als Gemeinschaftsaufgabe organisiert. So bestand hier auch eine gesetzliche Regelung, die auf dem Papier gut aussah, in der Praxis doch Ihren nötigen Nutzen vermissen ließ. Für den Bereich der damaligen Gemeinde Breidt war der Ackerer Goswin Wiehl als kommissarischer Brandschutzbeauftragter bestellt. Er war für den Ernstfall verantwortlich und jeder Bürger der Gemeinde zur Hilfe verpflichtet. Gelöscht wurde mit der Eimerkette, bis 1903 vom Amt Lohmar für die Gemeinde Breidt eine Handdruckspritze Nr. 14 F bei der Cölner-Feuerwehrgerätefabrik Höing & Plug in Köln-Nippes angeschafft wurde. Diese war für Hand- und Pferdezug ausgelegt. Die staatliche Anerkennung erhielt die Feuerwehr am 14. März 1926.
Gründung 1924
Die eigentliche Wehrgründung fand am 1. Oktober 1924 statt. Die 37 Gründungsmitglieder wählten den Bäckermeister Gottfried Balensiefer aus Geber zum ersten Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Breidt. Die Wehr übernahm das schon 1924 vorhandene Spritzenhaus an der Schule (Karl Schafhaus Schule) mit den dort vorhandenen Gerätschaften. Die Uniformen beschaffte die frischgebackene Feuerwehr auf Pump über ein Kassendarlehen, dass aus der Vereinskasse zurückgezahlt wurde.
Die ersten Jahre bis 1939
Den ersten großen Brand musste die Feuerwehr im Winter 1927/28 bekämpfen. In Birk stand das Anwesen Scharrenbroich in Flammen. Die Löscharbeiten waren sehr schwierig, da durch die Kälte das Wasser in den Schläuchen gefror. Der wohl größte Brand der damals jungen Wehr wütete Anfang der dreißiger Jahre in Winkel und richtete erheblichen Schaden an. Hier brannten mehrere eng aneinander liegende Ställe und Schuppen, das Feuer drohte auf dem Hof Jakobs auf das Wohngebäude überzugreifen. Durch den gemeinsamen Einsatz der Feuerwehren Breidt und Scheiderhöhe gelang es das Feuer zu bekämpfen
Die Kriegsjahre 1939 – 1945
Bedingt durch Geldmangel der Gemeinde stand die Handruckspritze auch nach mittlerweile über dreißig Dienstjahren noch im Dienst. Mit Beginn des 2. Weltkriegs erfolgte die erste Erweiterung des Gerätebestands der Feuerwehr, das Gerätehaus der Pflichtfeuerwehr der Gemeinde Halberg wurde Kriegsgefangenenlager und die dort vorhandenen Druckspritzen wurden der Feuerwehr Breidt übereignet. 1940 erhielt die Feuerwehr eine Handsirene um die Alarmierung zu verbessern.
Da fast alle Männer an der Front standen, bestand die Feuerwehr während dieser Zeit nur noch auf dem Papier, so dass vorübergehend eine Frauenfeuerwehr aufgestellt wurde. Bei einem durch Brandbomben hervorgerufenen Brand in Halberg haben sich die Damen hervorragend geschlagen.
Nach Ende des Krieges konnte die Feuerwehr endlich eine gebrauchte Motorspritze in Dienst stellen, eine heute noch vorhandenen DKW – Tragkraftspritze (TS) Bj. 1943
Die 50´er bis 70´er Jahre
Ein Feuerwehrfahrzeug hatte man aber immer noch nicht, so dass die Pumpe im Fahrzeug des Bäckermeisters und Brandmeisters Wacker zum Einsatz transportiert werden musste. Erst 1953 erhielt man vom Amt Lohmar einen Tragkraftspritzenanhänger TSA zur Verfügung gestellt, ein Zugfahrzeug musste immer noch organisiert werden. Die meisten Brände in diesen Jahren gingen auf das Konto von Brandstiftern, vor allem während und nach Festlichkeiten und Veranstaltungen. So auch 1956 als eine Scheune in Geber niederbrannte. Wie das Schicksal es wollte war zwar die Feuerwehr schnell zur Stelle, aber die alte TS hatte beim auspumpen eines Kellers in Deesem einen größeren Defekt erlitten und fiel für längere Zeit aus. Eine neue TS musste her also wurde es wieder nichts mit dem ersehnten Fahrzeug. Größere Brände kamen bis 1975 nicht mehr vor, die Feuerschutzbestimmung wurden schärfer.
Neuerungen im Bereich der Technik gab es für die Feuerwehr mit einer TS 8/8 aus dem Hause Bachert 1960 und dem ersten Feuerwehrfahrzeug, einem Tragkraftspritzenfahrzeug TSF auf Ford Transit FK 1000 mit Heines Ausbau, 1964. Nun hatte man moderne Technik und schon wieder ein Problem, das TSF passte nicht ins Spritzenhaus an der alten Schule. Bis zur Einweihung des, auch heute noch genutzten, Gerätehauses am 30. Juli 1967 stand das TSF in der Scheune des Feuerwehrmanns Ludwig Wurm. Die Anforderungen an die Feuerwehr wuchsen und wuchsen, neue Baumaterialien erforderten neue Taktik und Technik. Die Ausbildung wurde geregelt, Atemschutzgeräte eingeführt und letzt endlich 1979 das nicht mehr zeitgemäße TSF durch ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 (MB 409, Ziegler) ersetzt. Auch in dieser Zeit machte man sich bereits Gedanken um die Nachwuchsförderung, so gab es Mitte der 60´er Jahre und von 1977 an jeweils Jugendgruppen
1980 bis heute
1981 wurde das Aufgabenspektrum der Feuerwehr erweitert, das LF 8 erhielt eine Zusatzbeladung Technische Hilfeleistung mit Tauchpumpe, Stromerzeuger, Beleuchtungssatz und Motorsäge. Nach Lieferung des LF 8 erwies sich das Gerätehaus als zu klein, obwohl schon das Tor der Fahrzeughalle vergrößert worden war. Erst 1993 – 1995 konnte man die größte Not mit einem Anbau lindern, wenn auch nicht für lange, schon wenige Wochen nach Inbetriebnahme der Halle sollten sich die Hoffnungen auf mehr Platz zerschlagen. Durch Umstrukturierungen innerhalb der Feuerwehr Lohmar wurde der Löschgruppe Breidt im Herbst 1995 der Gerätewagen Gefahrgut GWG als weiters Fahrzeug zugeteilt. 1997 wurde die 1988 aufgelöste Jugendfeuerwehr wieder gegründet, wodurch sich die Raumprobleme weiter verschärften.
Durch private Beziehungen entwickelte sich 1996 eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Kathlow in Brandenburg. Bedingt durch den GWG wandelte sich das Einsatzspektrum der Löschgruppe immer mehr, so dass das LF 8 durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden musste. 1998 war es dann soweit als letzter Standort der Feuerwehr Lohmar wurde die Löschgruppe mit einem wasserführenden Löschfahrzeug vom Typ LF 8/6 mit Hilfeleistungssatz auf MAN 8.163 / Ziegler ausgestattet, ebenfalls konnte in diesem Jahr ein TSA der Post erworben und zum Geräteanhänger umgebaut werden.
Weitere organisatorische Änderungen standen 2002 mit Einführung des Löschzugkonzeptes an, die Löschgruppen Breidt und Birk wurden als weiterhin eigenständige Löschgruppen zum Löschzug OST zusammen gefasst, was die Alarmierung vereinfach und die Schlagkraft erhöht.
Ende 2004 wurde die alte Bachert TS 8 ausgemustert und durch eine neue Ziegler TS 8 Ultra Power ersetzt.
Große oder besondere Einsätze ab 1975:
1975 Großbrand eines Landwirtschaftlichen Anwesens in Deesem
1976 Brand eines mit Stroh beladenen LKW auf der B 507
1976 Brand eines Mähdreschers in Grimberg
1980 GSG Einsatz nach Überfüllung eines Heizöltanks
1984 GSG Meßeinsatz nach einem Großbrand in Rösrath-Stümpen
1985 Wohnhausbrand nach Überspannung durch einen Schaltfehler in Geber
1987 Wohnhausbrand nach Blitzschlag in Breidt
1988 Dachstuhlbrand in einem Wohnhaus in Grimberg, 2 tote Kinder durch Rauchgasintoxikation
1988 Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Kreutzhäuschen
1991 Großbrand Autobahnhotel Lohmar
1992 Explosion mit 3 Verletzten in Deesem
1993 Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Grimberg
1994 mehrtägiger Einsatz wegen Aggerhochwassers
1995 Überörtliche Hilfeleistung bei einem Großbrand eines Lageplatzes der Straßenmeisterei in Neunkirchen-Seelscheid
1997 Rettung einer Person aus unwegsamen Gelände im NSG Naafbachtal
1997 Großbrand einer Lagerhalle eines Recyclingbetriebes in Lohmar
1998 GSG Einsatz Ammoniak Austritt aus einem defekten Behälter im Lagerkeller einer Firma in Lohmar
1998 Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Schönenberg
1998 Bruch einer Gasleitung in einer Tiefbaustelle in Lohmar
1999 Wohnhausbrand durch PKW-Brand in Donrath
1999 Rettung einer abgestürzten Person aus Steilhang in Weegen
2000 GSG Einsatz umgestürzter LKW B 484
2000 Gasexplosion in Wohnhaus in Lohmar, 2 Verletzte
2000 Wohnhausbrand in Hoven, 2 tote Kinder durch Rauchgasintoxikation
2000 Rettung einer abgestürzten Person aus Steilhang im NSG Naafbachtal unter Mithilfe der Luftrettung
2001 GSG Einsatz umgestürzter Tanklastwagen in Jexmühle
2001 ausgedehnter Dachstuhlbrand nach Blitzschlag in einem Hotel in Agger
2002 GSG Einsatz nach LKW-Unfall auf BAB 3, Öl auf der Sülz
2002 Scheunenbrand durch Brandstiftung in Krölenbroich
2003 Großbrand einer Folienfabrik in Agger
2003 Überörtliche Hilfeleistung bei einem GSG Einsatz nach LKW-Unfall auf BAB 61 bei Kerpen, Ammoniak Austritt
2004 Wohnhausbrand durch defekten Fernseher in Weegen
2005 Großbrand einer Folienfabrik in Agger
2005 Verschüttete Person auf Tiefbaustelle in Krahwinkel, 1 Toter