Freiwillige Feuerwehr der StadtLohmar

Unsere Einheiten: Lohmar, Breidt, Birk, Scheiderhöhe, Wahlscheid

28 Jahre Dienstzeit gehen zu Ende – der neue Gerätewagen Gefahrgut ist da!

Datum: 09.12.2018
Uhrzeit: 11:00
Autor: M. Lorenzen

Der 28 Jahre alte Gerätewagen – Gefahrgut der Feuerwehr Lohmar, der seit 1995 am Standort der Löschgruppe Breidt stationiert ist, war zur Neubeschaffung ausgeschrieben. Der 3,5t von Mercedes Benz 308 DKA mit Ziegler Ausbau war 1990 durch das Land Nordrhein- Westfalen als Gerätewagen-Gefahrgut angeschafft worden. Jeder Kreis und einige kreisfreie Städte wurden flächendeckend mit derartigen Fahrzeugen für Ersteinsatz und kleinere Hilfeleistungen ausgestattet. Bezeichnet wurden sie als „GW-G 3,5t“. Die Ausrüstung ist im Wesentlichen in fahrbaren und tragbaren Containern untergebracht. Eine nach Einsatzlage sortierte Beladung war schon von Anfang an nicht möglich, sodass bei fast jedem Einsatz und jedem Wetter die gesamte Ausrüstung ausgeräumt werden musste. Die Truppbesatzung (2 Personen) reichte zur Gerätebereitstellung und den Dekonplatzaufbau in der geforderten Zeit nicht aus.

Bei der Jahreshauptversammlung am 23.01.2016 fanden sich anfangs 10 Mitglieder der Löschgruppe Breidt zusammen, um als Planungsteam GW-G die Neubeschaffung anzugehen. Den meisten war bei ihrem ersten Treffen am 26.01.2016 sicher nicht bewusst, wie oft man sich in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren wieder zusammenfinden würde, um das erste Projekt in dieser Art der Feuerwehr Lohmar zu realisieren.

Bei den nun folgenden 15 Arbeitstreffen wurden die neuen Vorgaben definiert und das zukünftige Aufgabenfeld beschrieben. Vergangene Einsätze mussten analysiert und bewertet werden, um Schwachpunkte aufzuzeigen und mögliche Verbesserungsmaßnahmen zu formulieren. Im nächsten Schritt wurde das vorhandene Einsatzmaterial mit Größe, Volumen und Gewicht erfasst und in wochenlanger Recherchearbeit festgehalten welche Einsatzmittel fehlen, wer diese anbietet, sowie ihre Maße und Gewichte. Dies alles diente dazu die erforderliche Größe und den Aufbau des neuen Fahrzeugs abzuschätzen. Das anfängliche Vorhaben, auf einem 7,5 Tonner aufzubauen, musste wegen der hohen erforderlichen Zuladung dann schnell verabschiedet werden.

Allein 6 Termine bei anderen Feuerwehren und Hilfsorganisationen wurden durchgeführt, um einen Überblick möglicher Aufbau-Varianten und Verarbeitungsqualität zu bekommen.

Schon in der Anfangsphase war die Wehrführung durch Frank Lindenberg und die Verwaltung der Stadt Lohmar durch Manuela Schörghofer involviert, um die einsatztaktische, finanzielle und rechtliche Grundlage festzulegen.

Gemeinsam konnte dann im Januar 2018 die Ausschreibung der 3 Lose erfolgen.

Aus den Bewerbern ging Anfang April 2018 der Zuschlag an die Firma Gimaex aus Wilnsdorf im Siegerland.

Der Spezialist für Gerätewagen – Gefahrgut konnte durch die Erfüllung aller geforderten Punkte und seine Qualität in der Verarbeitung, sowie die räumliche Nähe überzeugen. Denn allen Beteiligten war klar, dass während der Realisierung mehrere Aufbaugespräche beim Hersteller nötig sein würden.

So traf man sich dann in den folgenden Monaten insgesamt sechsmal, um die Details bei Fahrgestell, Aufbau und Beladung zu klären. Jedes Einsatzmittel wurde durchgesprochen, der Lagerungsort geplant und festgelegt. Jeder Termin war ein tagfüllendes Programm und alle Beteiligten mussten mehrfach jedes Einzelteil, vom Übergangsstück MK 50 auf Gewindestutzen DN 50 bis zum Lagerort der Dosisleistungswarner und dem Mehrgasmessgerät überprüfen und deren spätere Entnahme und Handhabung gedanklich durchspielen.

Das Ergebnis ist ein Gerätewagen-Gefahrgut auf Basis eines TGM 15.290 mit Doppelkabine, also Staffelbesatzung und Kofferaufbau mit Ladebordwand und 4 Rollcontainern. Der 15 Tonner hat jetzt ca. 11 Tonnen Gesamtgewicht ohne Personal. Die Rollcontainer sind in die Aufgabenbereiche Dekonplatz, Abdichten, Umpumpen und Auffangen/ Behältersatz unterteilt. Die weitere Ausrüstung ist wie bei anderen Fahrzeugen auch über die Gerätefächer 1 bis 6 seitlich zu entnehmen. Ausklappbare Tritte erleichtern die Entnahme. Auf beiden Seiten kann eine Markise ausgefahren werden, sodass sich die Einsatzkräfte wettergeschützt umkleiden und das Material entnehmen können. Umfeldbeleuchtung und ausfahrbarer Lichtmast sorgen für eine umfangreiche Ausleuchtung im Einsatzfall. Alle relevanten Analyse- und Messgeräte befinden sich im Mannschaftsraum in Systainern und Ladekonsolen und können so bereits auf der Anfahrt eingeschaltet und kalibriert werden.

Auch die Nachschlagewerke für Gefahrstoffe befinden sich hier, sodass von hier aus auch Stoffermittlung, Dokumentation und Kommunikation mit Einsatzleitung und Leitstelle erfolgen kann.

Die nächsten Tage werden nun zur umfangreichen Einweisung und Schulung der gesamten Löschgruppe genutzt, erst dann geht das Sonderfahrzeug in Dienst.

In der Planung, Recherche, Ausarbeitung und Umsetzung haben alleine die Mitglieder der Löschgruppe Breidt über 750 Stunden in den 2 Jahren und 11 Monaten investiert.

An dieser Stelle nochmal einen besonderen Dank an den Wehrführer Frank Lindenberg, der mit uns jedes Detail diskutiert und alle festgelegten Entscheidungen mit unterstützt hat. Besonders hervorheben möchten wir auch die Leistung der Lohmarer Stadtverwaltung in Person von Manuela Schörghofer, die alle Einzelteile mit uns besprochen, diese kalkuliert und das Ganze auch rechtlich in trockene Tücher gepackt hat. Bis zur Abholung hat sie zwischen unserer „Wunschliste“ und dem festgelegten Budget den bestmöglichen Weg gefunden.

Bedanken möchten wir uns auch beim Löschzug Neunkirchen, der Feuerwehr Niederkassel und dem DRK Hennef, die sehr hilfsbereit und geduldig uns Frage und Antwort standen. Danke auch an die Firma Gimaex, jetzt Iturri, die unser „großes rotes Baby“ geplant und so schnell gebaut hat. Auch wenn es gelegentlich Meinungsverschiedenheiten gab, war die Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich und es blieben keine größeren Wünsche offen.

Ein bisschen jeck muss man schon sein, um stundenlang über faltbare Auffangwannen, säurebeständige Handschuhe oder leitfähiges Werkzeug zu diskutieren – und das mit wachsender Begeisterung! Danke an Ulrich Maaß, David Hunjet, Jan Deeger, Guido Knipp, Marc Lorenzen, Klaus Przikling und Ralf Sterzenbach.

Mit der Anschaffung stellt die Feuerwehr Lohmar nun den bestmöglichen Umweltschutz und die Durchführung von Erstmaßnahmen bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen und Gütern sicher.

Wir wünschen allen Einsatzkräften ein sicheres Arbeiten und ein unfallfreies Fahren mit dem neuen Gerätewagen-Gefahrgut.

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